Arbeit wird verschwinden
„Langfristig wird die Arbeit verschwinden"
US-Ökonom Jeremy Rifkin: Deutschland führt Scheindiskussion
...
Welche Wahrheit meinen Sie?
Die Wahrheit über die Unumkehrbarkeit dieser Entwicklung. Langfristig wird die Arbeit verschwinden.
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Aber entstehen durch die neue Technik nicht auch neue Arbeitsplätze?
Das ist die Hoffnung, an die wir uns seit Jahrzehnten geklammert haben.
... Aber die Zeiten sind vorbei.
Sind Sie da sicher?
Ganz sicher. Sehen Sie, ich verdiene einen Teil meines Einkommens damit, die Chefs großer Konzerne zu beraten. Wenn ich die frage, ob sie in Zukunft noch Zehntausende von Mitarbeiter haben werden, dann lachen die laut los. Die Wirtschaftsführer wissen längst, wo die Reise hingeht.
Wohin geht sie denn?
Wir vollziehen gerade einen Wandel hin zu einem Markt, der zum allergrößten Teil ohne menschliche Arbeitskraft funktioniert.
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Aber was ist mit Service, mit Dienstleistungen, mit hochqualifizierten Jobs?
Die haben längst dasselbe Problem.
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Sie beraten doch Regierungen. Was sagen Politiker eigentlich, wenn Sie denen von Ihren Thesen erzählen?
... Es liegt daran, dass viele Politiker Europa lieber als Sündenbock missbrauchen, anstatt sich dem Grundproblem zu stellen: Die Arbeit verschwindet. Das will kein Politiker seinen Wählern erzählen.
Statt dessen betet man immer wieder dieselben drei Pseudotheorien herunter.
Drei Pseudotheorien?
Immer dieselben drei, ja. Erstens: Wir verlieren in unserem Land Jobs, weil die bösen Unternehmer Stellen ins Ausland verlagern. Zweitens: Wir haben genug Jobs, die Leute sind nur nicht richtig ausgebildet. Und drittens: Wir haben zu wenig Jobs, weil die Sozialabgaben zu teuer sind. Alle drei Argumente sind absurd.
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Aber was sollen all die Leute denn machen, wenn sie keine Arbeit mehr haben?
Sehen Sie, so verbogen sind wir heute. Ich sage, die Menschen werden für den Produktionsprozess nicht mehr gebracht und Sie fragen, was sie dann bloß machen sollen. Als ob es die Erfüllung des Menschen wäre, Tag für Tag dieselbe stupide Tätigkeit auszuführen.
Dasselbe Blech zu formen oder dieselben Fragen am Telefon zu beantworten. So eng definieren wir uns. Ich sage: Lasst die Maschinen das übernehmen. Aber viele Leute können sich einfach nicht vorstellen, was sie ohne Arbeit anfangen sollen. Das ist traurig.
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Es ist doch so: Die Globalisierung hat versagt.
Warum hat sie versagt?
Weil sie zu viel Geld von unten nach oben verteilt hat. Die 356 reichsten Familien besitzen heute 40 Prozent des Reichtums der Menschheit. Diese Entwicklung führt uns in den Abgrund. Wenn die Unternehmen die Löhne immer weiter drücken, wird irgendwann niemand mehr ihre Produkte kaufen. Das ist so logisch, dass es eigentlich jeder verstehen müsste.
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Quelle / Copyright obige Zitate: Stuttgarter-Zeitung - http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/916564
Langer Text aber es lohnt sich, das Interview (4 Seiten) mal komplett zu lesen.
Ok, ist nur ein vermutetes Szenario - aber eigentlich kann sich jeder ausrechnen, das die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist.
Allerdings denke ich, das man sich fuer das Chaos statt den Fortschritt entscheiden wird (oder schon entschieden hat) - und das man das Chaos schleichend geschehen lassen wird (siehe auch gegenwaertige Alltagspolitik, die mit Trostpflastern und Kompromisse agiert), es sich also noch etwas laenger hinziehen wird.
(x 12.06.2005)
Kommentare
Wir vollziehen gerade einen Wandel hin zu einem Markt, der zum allergrößten Teil ohne menschliche Arbeitskraft funktioniert.
Nette These, aber spätestens, wenn sie sich erfüllen sollte, gäbe es niemanden mehr, der den "Markt" betreten würde, um etwas zu erwerben. Weil: wenn keiner mehr arbeitet, hat keiner mehr Geld.
Insofern denke ich eher, dass dieser Trend einer ist. Er ist derjenige, der die Arbeitsplatzzahl nach unten lenken möchte. Kein Einwand.
Doch: Es gibt auch gegenläufige Trends. Einer z.b. ist die weiterhin andauernde Entwicklung von der Produktions zur Dienstleistungsgesellschaft (Natürlich auch mit Dienstleistungsjobs!). Wir sind dort angekommen, ja. Aber Das ist noch nicht das Ende der Die-Lei-Fahnenstange, was sich jeder an der derzeitigen Dienstleistungsqualität (wenn mans aus Eigenerfahrung mittelt) ablesen kann. Viel Verbesserungsbedarf, also noch einige Jahre / Jahrzehnte Nach- / Aufholung, dann kann man von mir aus von Stagnation träumen, wie der Mensch da oben... F: Aber was ist mit Service, mit Dienstleistungen, mit hochqualifizierten Jobs? A: Die haben längst dasselbe Problem.
Und zu den 2 exemplarisch (neben wahrscheinlich 100en anderer) genannten Trends, gesellt sich eben der bereits geschilderte Grenzwert: Kein Geld, Kein Umsatz. Auch ohne Menschen nicht. Spätestens da, geht der Theorie der Spritt aus.
Ansonsten hat der Mensch gerne rhetorisch manipulativ die Nase vorn, wenn er Thesen ins Weltall schwallt, ohne sie zu begründen oder, wenn ers denn mal tut mit "wer will das blech biegen" (o.ä.s.o.) zwar begründet, warum die Produktionsgesellschaft endet (kein Einwand) aber ein Argument für das Ende der Die-Lei-Gesellschaft hab ich gerade nicht gefunden. Vielleicht hab ichs übersehn.
Alles in allem, nett zu lesen. Aber: ich glaub nicht dran, es sei denn, mir kann jemand in ein bis zwei Sätzen erklären, wie die Theorie genau funktionieren soll, und warum... ;)
Aber unterhaltsam ists schon... :)
(Gast - 12.06.2005)
Sehen Sie, so verbogen sind wir heute. Ich sage, die Menschen werden für den Produktionsprozess nicht mehr gebracht und Sie fragen, was sie dann bloß machen sollen. Als ob es die Erfüllung des Menschen wäre, Tag für Tag dieselbe stupide Tätigkeit auszuführen.
Sicherlich ist es nicht die Erfüllung des menschen jeden Tag "das selbe Blech zu biegen"...allerdings bekommt er dafür sein geld mit dem er sich den "Rest" seines Lebens (was ja wohl der eigentliche Teil sein sollte) angenehm zu gestalten... wenns keine Kohle mehr gibt was dann?
Will der Staat das was "ohne Menschen"produziert oder geleistet wird umverteilen? Und wenn ja und wieviel wird das sein?
Noch viel besser? Je nachdem wieviel bei dieser Art von "Produktion" rumkommt umso mehr oder weniger Menschen kann ein Staat sich leisten... was will man dann unternehmen? Jetzt gibt es "Arbeitslose" was sind dann nachher die Menschen für die kein Gel da ist? Ich wage es hier nicht mal Thesen aufzustellen was dann passiert...
Deshalb halte ich die These, dass es bald keine Arbeit mehr geben wird für ausgemachten Schwachsinn...
Es könnte wohl sein, dass sich die Art der Arbeit verändern wird... aber es muss immer Leute geben, die irgendwas kontrollieren, überwachen.... sich neue Sachen ausdenken... insofern bin ich nicht bange.
(Tarantel - 12.06.2005)
Nette These, aber spätestens, wenn sie sich erfüllen sollte, gäbe es niemanden mehr, der den "Markt" betreten würde, um etwas zu erwerben. Weil: wenn keiner mehr arbeitet, hat keiner mehr Geld.
Das Problem hat die kap. MW doch eh schon. AP werden wegfallen oder halt zu Niedriglohnjobs - und ob nun einer kaum konsumieren kann, weil er Nix/AlG bekommt oder niedrigen Tagelohn, spielt keine Rolle.
Insofern denke ich eher, dass dieser Trend einer ist. Er ist derjenige, der die Arbeitsplatzzahl nach unten lenken möchte. Kein Einwand.
Ich sagte ja auch schon, das es eine laengere Phase sein wird (und man den Anschein erwecken wird, den man jetzt schon erweckt). Vorher wird es noch Massenarmut und Niedriglohn-Sklaverei geben.
Doch: Es gibt auch gegenläufige Trends. Einer z.b. ist die weiterhin andauernde Entwicklung von der Produktions zur Dienstleistungsgesellschaft (Natürlich auch mit Dienstleistungsjobs!). Wir sind dort angekommen, ja. Aber Das ist noch nicht das Ende der Die-Lei-Fahnenstange, was sich jeder an der derzeitigen Dienstleistungsqualität (wenn mans aus Eigenerfahrung mittelt) ablesen kann. Viel Verbesserungsbedarf, also noch einige Jahre / Jahrzehnte Nach- / Aufholung, dann kann man von mir aus von Stagnation träumen, wie der Mensch da oben...
Die-Lei ist eine schoene Abk. fuer "Die Leier von der angeblichen DL-Gesellschaft" ;)))
Ja, schneiden wir uns halt gegenseitig die Haare und alles wird schoen und bunt.. :D
Und zu den 2 exemplarisch (neben wahrscheinlich 100en anderer) genannten Trends, gesellt sich eben der bereits geschilderte Grenzwert: Kein Geld, Kein Umsatz. Auch ohne Menschen nicht. Spätestens da, geht der Theorie der Spritt aus.
Nicht der Theorie, sondern der herrschenden Praxis. "Kein Geld, kein Umsatz" ist ja jetzt schon ein Problem.
Ansonsten hat der Mensch gerne rhetorisch manipulativ die Nase vorn, wenn er Thesen ins Weltall schwallt, ohne sie zu begründen
Er vermutet doch nur. Und eigentlich nur das, was seit Jahren jedem durch den Kopf gegangen ist, der den Faden der Gegenwart mal weiterspinnt.
aber ein Argument für das Ende der Die-Lei-Gesellschaft hab ich gerade nicht gefunden. Vielleicht hab ichs übersehn.
Ja, hast du wohl ;)
Alles in allem, nett zu lesen. Aber: ich glaub nicht dran, es sei denn, mir kann jemand in ein bis zwei Sätzen erklären, wie die Theorie genau funktionieren soll, und warum... ;)
Welche Theorie meinst du? Das war doch eher eine Prognose - und noch dazu eine recht wahrscheinliche...
(Gast - 13.06.2005)
> "Sehen Sie, so verbogen sind wir heute. Ich sage, die Menschen werden für den Produktionsprozess nicht mehr gebracht und Sie fragen, was sie dann bloß machen sollen"
Sicherlich ist es nicht die Erfüllung des menschen jeden Tag "das selbe Blech zu biegen"...allerdings bekommt er dafür sein geld mit dem er sich den "Rest" seines Lebens (was ja wohl der eigentliche Teil sein sollte) angenehm zu gestalten...
Lies die Aussage nochmal, denn darum gings ja aber in Bezug auf das Denken.
wenns keine Kohle mehr gibt was dann?
Was, wenn du gegenwaertig keinen Job hast und der Staat nicht aushelfen kann oder will?
Will der Staat das was "ohne Menschen"produziert oder geleistet wird umverteilen? Und wenn ja und wieviel wird das sein?
Darueber soll man ja nachdenken ;)
Noch viel besser? Je nachdem wieviel bei dieser Art von "Produktion" rumkommt umso mehr oder weniger Menschen kann ein Staat sich leisten... was will man dann unternehmen? Jetzt gibt es "Arbeitslose" was sind dann nachher die Menschen für die kein Gel da ist? Ich wage es hier nicht mal Thesen aufzustellen was dann passiert...
Deshalb halte ich die These, dass es bald keine Arbeit mehr geben wird für ausgemachten Schwachsinn...
Erst schilderst du, was passieren wird - dann bezeichnest du es als Schwachsinn?!
AP gibt es in unserem jetzigen System nur, wenn sie sich rentieren. Tun sie das nicht, gibt es sie nicht. Rationalisierung ist seit Jahrhunderten ein Fakt (und nicht nur ein Gruselwort aus den 1970/80ern). Der maschinellen Rationalisierung kann man nur gegensteuern (so man das ueberhaupt will, denn eigentlich ist es ein Segen), indem man die menschliche Arbeitskraft immer billiger macht und der Mensch aehnlich auswechselbar ist.
Es könnte wohl sein, dass sich die Art der Arbeit verändern wird... aber es muss immer Leute geben, die irgendwas kontrollieren, überwachen.... sich neue Sachen ausdenken... insofern bin ich nicht bange.
Ja, noch gibt es diesen Bereich aber der ist heute schon sehr klein (war er immer) und am schrumpfen. Die Mehrheit hat nie in dem Bereich gearbeitet, sondern im Produktions- und Hiwi-Bereich - und der wird immer mehr wegrationalisiert wie man sieht.
Btw, ich will nicht pessimistisch sein.. und auch nicht euren sonnigen Optimismus teilen.. ich versuch, realistisch zu bleiben ;) (ohne Namen - 13.06.2005)
Lies die Aussage nochmal, denn darum gings ja aber in Bezug auf das Denken.
Versteh ich nicht... es wurde doch gesagt, dass es nicht Sinn und Zweck des menschen ist jeden Tag das gleiche Blech zu biegen bzw. dass der Mensch sich wohl was besseres vorstellen könnte... und trotzdem - sage ich - bleibt ihm kaum etwas anderes übrig, als es zu tun um Geld zu verdienen... Manche menschen jedoch wissen ohne Arbeit nicht mal wozu sie eigentlich nutze sind...das widerum ist tragisch... vor allem wenn sie als Arbeitskraft nicht mehr gebraucht werden.
Will der Staat das was "ohne Menschen"produziert oder geleistet wird umverteilen? Und wenn ja und wieviel wird das sein?
Darueber soll man ja nachdenken ;)
Das hab ich schon kapiert... stelle es mir jedoch sehr schwierig vor, nach welchen Umverteilungsschlüssel man da gehen will...
Mag ja sein, dass es Rationalisierungen schon seit Anno knippich gibt...ich bezweifle jedoch, dass der mensch sich selbst wegrationalisiert. Glaub ich einfach nicht... es sei denn, es ist soviel zum verteilen da, dass alle in Hülle und Fülle leben können und keiner benachteiligt werden muss... und das jedoch wage ich mal anzuzweifeln.
(Tarantel - 13.06.2005)
Das ist für mich das üblich interessant-theoretische Reden eines Volkswirtschaftlers - er beschreibt (sicher reale) Probleme und Trends, ohne dafür Lösungsansätze zu entwickeln. Wie Ihr schon richtig schriebt - die stärkste Produktion nutzt nichts, wenn niemand das Geld hat (üblicherweise aus Arbeit), um sich zu kaufen, was da produziert wird!
Diese Ausarbeitung und die dahinterstehenden Thesen sind sicher interessant und akademisch wichtig, weil sie Probleme aufzeigen - MICH interessieren sie zunächst mal weniger, denn ich habe weder die Zeit oder die Kenntnis, dazu Lösungsansätze zu entwickeln, noch die Möglichkeit, solche Lösungsansätze zu realisieren :-/ (WizOp - 14.06.2005)
Versteh ich nicht... es wurde doch gesagt, dass es nicht Sinn und Zweck des menschen ist jeden Tag das gleiche Blech zu biegen bzw. dass der Mensch sich wohl was besseres vorstellen könnte... und trotzdem - sage ich - bleibt ihm kaum etwas anderes übrig, als es zu tun um Geld zu verdienen... Manche menschen jedoch wissen ohne Arbeit nicht mal wozu sie eigentlich nutze sind...das widerum ist tragisch... vor allem wenn sie als Arbeitskraft nicht mehr gebraucht werden.
Darum gings ja. Das der Mensch sich schon gar kein arbeitsarmes oder gar arbeitsfreies Dasein vorstellen kann.
Das hab ich schon kapiert... stelle es mir jedoch sehr schwierig vor, nach welchen Umverteilungsschlüssel man da gehen will...
Denk dir einen aus ;)
Moeglich waere ein Grundeinkommen - als Anreiz kann es einen allgemeinen Stundenlohn geben (Zeitwaehrung).
Mag ja sein, dass es Rationalisierungen schon seit Anno knippich gibt...ich bezweifle jedoch, dass der mensch sich selbst wegrationalisiert. Glaub ich einfach nicht... es sei denn, es ist soviel zum verteilen da, dass alle in Hülle und Fülle leben können und keiner benachteiligt werden muss... und das jedoch wage ich mal anzuzweifeln.
Rationalisierung: Das hat ja nichts mit der Verteilung zu tun. Rationalisierung passiert eigentlich immer (sei es aus Bequemlichkeit, Profitgier, etc).
Und eigentlich rationalisiert sich der Mensch nicht selbst weg, sondern eben Vorgaenge (obwohl der Trend, sich geistig zugunsten einer Effizienz selbst zu beschneiden, schon eine Art Selbstrationalisierung darstellt).
Verteilung: Die Welt ist voller Rohstoffe, die Wirtschaft voller Produktionsmittel und die Laender und Privatkassen voller Geld. Und verteilt ist es eh schon bzw. wird es - ist nur eine Frage von wo nach wo man verteilt.
(ohne Namen - 14.06.2005)
Das ist für mich das üblich interessant-theoretische Reden eines Volkswirtschaftlers - er beschreibt (sicher reale) Probleme und Trends, ohne dafür Lösungsansätze zu entwickeln.
Reale Probleme/Ursachen aufzuzeigen und auszusprechen, ist ja der erste Schritt bzw. der Schritt vor der Loesung. Insofern bemerkenswert, wenn das in der heutigen Zeit mal jemand wagt.
Wie Ihr schon richtig schriebt - die stärkste Produktion nutzt nichts, wenn niemand das Geld hat (üblicherweise aus Arbeit), um sich zu kaufen, was da produziert wird!
Wenn du aber erhalten willst, das der Mensch weiterhin dafuer malochen soll und nicht Maschinen, musst du den Menschen billiger machen als die Maschinen - wo soll diese Spirale enden?
Und wo liegt eigentlich der sinn darin, das sich der Mensch die Arbeit kuenstlich schwerer macht, als es sein muesste? Das widerspricht doch auch voellig seiner Natur.
Diese Ausarbeitung und die dahinterstehenden Thesen sind sicher interessant und akademisch wichtig, weil sie Probleme aufzeigen - MICH interessieren sie zunächst mal weniger, denn ich habe weder die Zeit oder die Kenntnis, dazu Lösungsansätze zu entwickeln, noch die Möglichkeit, solche Lösungsansätze zu realisieren :-/
Denken, aussprechen, fordern, etc. kann man immer (und ist auch erster Schritt fuer Veraenderungen)...
(ohne Namen - 14.06.2005)
Wenn du aber erhalten willst, das der Mensch weiterhin dafuer malochen soll und nicht Maschinen, musst du den Menschen billiger machen als die Maschinen - wo soll diese Spirale enden?
das wirst Du nicht schaffen. Eine Maschine arbeitet immer effektiver bzw. ist immer günstiger als der Mensch. Z.B. aus dem Grund, dass Du sie mehr als 8 Stunden laufen lassen kannst ohen Pause, dass sie ziwschendurch nicht pinkeln oder was essen muss, sie arbeitet auch nachts und braucht auch nach 24 Stunden keinen Schlaf, sie wird nicht krank - und wenn sie mal kaputtgeht kostet deren Reparatur nur einen Bruchteil dessen, was eine Arbeitnehmerkrankheit kostet -, sie braucht keinen Urlaub, man muss sich nicht an gesetzliche Vorgaben halten, sie hat eine höhere (Arbeits-)lebenserwartung als ein Mensch, man muss keine sonstigen Abgaben, wie Alo-versicherung, Pflegeversicherung etc. für sie zahlen... ich könnte noch weiter...aber ich finde es reicht auch so schon...
(Tarantel - 14.06.2005)
Darum gings ja. Das der Mensch sich schon gar kein arbeitsarmes oder gar arbeitsfreies Dasein vorstellen kann.
Das bestreite ich... wenn man auch so genügend Geld hätte um sich ein angenehmes Leben leisten zu können bräuchte ich nicht arbeiten. Dann würde ich in anderen Dingen meine "Erfüllung" finden.
Was die Verteilung angeht... der mensch ist leider so gestrickt, dass selbst wenn für alle genug da wäre, es trotzdem ungerecht zu gehen würde... es gäbe immre welche die aus unerfindlichen Gründen mehr bekämen als andere...
(Tarantel - 14.06.2005)
Das bestreite ich... wenn man auch so genügend Geld hätte um sich ein angenehmes Leben leisten zu können bräuchte ich nicht arbeiten. Dann würde ich in anderen Dingen meine "Erfüllung" finden.
Es gibt einige arme und reiche Leute, die eher auf Leben und weniger auf Arbeiten ausgerichtet sind. Komischerweise gelten die nicht als Vorbild in der Gesellschaft sondern als Deppen, Faultiere und Schmarotzer. Es ist ja nicht mal Neid und Missgunst im Spiel, weil die nun geschafft haben, sich geistig auszurichten - das Gedankengut, das Leben der Arbeit vorzuziehen wird verurteilt, abgelehnt und verteufelt.
Was die Verteilung angeht... der mensch ist leider so gestrickt, dass selbst wenn für alle genug da wäre, es trotzdem ungerecht zu gehen würde... es gäbe immre welche die aus unerfindlichen Gründen mehr bekämen als andere...
Wenn sie es bekaemen, muesste es auch welche geben, die nichts dagegen tun oder es ihnen gar ueberlassen/geben.
(ohne Namen - 15.06.2005)
Du zaehlst damit ja nur die Fakten auf, die auch die Gesellschaft (bzw. Interessengruppen) schon kennt. Und an all diesen Punkten arbeitet man doch schon, um den Menschen aehnlich rentabel zu halten/machen, wie die Maschinen (mehr arbeiten fuer weniger Geld, Schichtarbeit, heuern und feuern, weniger Schutz fuer Kranke, weniger Urlaub, usw).
Komischerweise wollen viele linke Arbeiterfreunde aehnliches - sie sind dagegen, das die Maschinen den Menschen die Arbeit erleichtern und faseln ebenfalls von Recht auf Arbeit und aehnlichem Humbug ;)
(ohne Namen - 15.06.2005)
Es ist ja nicht mal Neid und Missgunst im Spiel, weil die nun geschafft haben, sich geistig auszurichten - das Gedankengut, das Leben der Arbeit vorzuziehen wird verurteilt, abgelehnt und verteufelt.
Ja komisch ne? dabei müsste man doch eigentlich die Leute bewundern die das können bzw. einfach machen. Ich sage auch immer: Ich arbeite um zu leben und Lebe nicht um zu arbeiten.... und wenn ich kein geld dafür kriegen würde dass ich arbeite würde ich da auch nicht mehr hingehen... das sehen andere anders...die würden trotzdem weiterarbeiten...
Ich verurteile das nicht, dass manche ohne ihre Arbeit anscheinend nicht leben können. Nur möchte ich von denen auch nicht verurteilt werden, weil ich eine andere Einstellung habe. Leider ist die Praxis anders. Da gibt es Kollegen, die jeden Tag 10-12 Stunden malochen (bitte schön sollen sie) obwohl sie nur 8,3 Stunden bezahlt kriegen. Wenn man selbst jedoch Dienst nach Vorschrift macht wird man als faul, nicht einsatzbereit etc. abgestempelt... Die setzen ihre eigenen Massstäbe auch immer bei anderen an.... Dabei sind die doch eigentlich blöd... mehr zu arbeiten, als sie bezahlt bekommen.
(Tarantel - 15.06.2005)
Yep.
Aber den Spruch "Wenn ich kein Geld dafuer bekaeme, wuerd ich nicht arbeiten" machen doch auch alle - und meinen es auch so (laege ja auch in der Natur des Menschen) - aber wenn es darum geht, tatsaechlich nur das noetigste zu arbeiten und damit ein Auskommen zu haben, reden sie wieder genau andersrum... schon lustig...
(ohne Namen - 16.06.2005)
Viele meinen es tatsächlich auch so, dass für sie das Geld nicht das Wichtigste an der Arbeit ist...
Ich würde gerne weniger Arbeitszeit arbeiten...nur leider ist das alles manchmal nicht so einfach möglich. Aber ich denke mal in ein paar Jahren werde ich das auch machen. 4 Tage arbeiten und 3 Tage frei. Das wäre für mich schon ziemlich optimal.
Und wenn man jetzt z.B. statt 100% nur noch 80% arbeitet ist die "Geldeinbusse" nicht so gross. (Tarantel - 16.06.2005)
20% weniger Einkommen koennen sich aber die meisten Gering- und Normalverdiener nicht leisten. Sonst waere Arbeitszeitverkuerzung ja nicht so ein Problem ;)
(ohne Namen - 17.06.2005)
Ja das glaube ich gern... nur was will man dagegen machen...
Im Endeffekt kann nur jeder für sich selbst entscheiden wieviel Geld er für ein Leben braucht, dass ihm angenehm ist. Und ob er es dann halt mit seinem oder einem anderen Arbeitsplatz realisieren kann weniger als 100% zu arbeiten. Bzw. ob man bereit ist auf die eine oder andere Annehmlichkeit die man sich für Geld kaufen kann zu verzichten und dafür lieber mehr Freizeit hat...
Wie sagt doch schon das schöne alte Sprichwort: Zeit ist Geld... (Tarantel - 17.06.2005)
Sicher kann das nur jeder selbst fuer sich entscheiden - aber eben nur, wenn er kann ;)
Was man dagegen tun will? Will man denn? Oder meinst du tun koennen? (ohne Namen - 18.06.2005)
Wieso sollte das nicht jeder können? (Vorausgesetzt natürlich er besitzt einen Arbeitsplatz). Aber im Normalfall hat man doch ein Anrecht auf Teilzeitarbeit - oder?
Und ich denke mal, jeder ist in der Lage sein Leben so auszurichten, dass er auch mit etwas weniger Geld auskommt. (Tarantel - 19.06.2005)
Du hast ja nicht mal generell ein Anrecht auf einen AP ;)
Und "in der Lage" sein ist Ansichtssache bzw. Einkommenssache. Wer 2000 netto hat, kann schon eher auf 10% verzichten - bei dem, der 800 brutto bekommt, duerfte das schon anders aussehen. (ohne Namen - 19.06.2005)
Aber im Normalfall hat man doch ein Anrecht auf Teilzeitarbeit - oder?
Da steht das recht gut im Detail... :)
http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/266100.html?eid=501561 (LT-Team - 20.06.2005)
Wer 2000 netto hat, kann schon eher auf 10% verzichten - bei dem, der 800 brutto bekommt, duerfte das schon anders aussehen.
Ja grundsätzlich hast Du recht...ungrundsetzlich hat derjenige der mehr verdient, sein Leben auch anders eingerichtet, als der der nur 800 netto hat... das heisst er hat wahrscheinlich entsprechend höhere Fixkosten und muss genauso eine Umstellung vornehmen (prozentual gesehen) wie der mit weniger....
(Tarantel - 20.06.2005)
Also stimmt es doch grundsätzlich was ich behauptet habe... :-) (Tarantel - 20.06.2005)
Naja, das ist Philosophie ;)
So gesehen hat der Besserverdiener einen hoeheren Lebensstandard zusaetzlich und somit weniger Probleme beim Verzicht. Ausserdem gibt es sicher eine Untergrenze, auf die wir uns einigen koennen, bei der ein Verzicht nichts mehr mit dem verzicht auf Luxus zu tun hat, weil gar kein Luxuskonsum vorhanden ist. (ohne Namen - 21.06.2005)
Naja, das Gesetz betrifft nur schon arbeitende AN unter diversen Umstaenden und ein Anrecht ist vom AG abhaengig (betriebliche Gruende). Schwammig und sehr selektiv. (ohne Namen - 21.06.2005)
Das können wir.... ich gebe Dir ja auch recht... wenn man nur 800 Euro monatlich hat und davon vielleicht noch mehr als eine Person durchbringen muss ist weiterer Verzicht nicht mehr wirklich möglich. (Tarantel - 21.06.2005)
Siehste ;) (ohne Namen - 22.06.2005)
es gibt natürlich immer hinderungsgründe und sicherlich auch firmen, die sowas grundsätzlich nicht wollen. aber: es ist eine möglichkeit, die oft wahrgenommen werden könnte. (LT-Team - 23.06.2005)
Es ist schwammig, gilt nur fuer augenblickliche AN und kann vom AG jederzeit torpediert werden - realistisches Fazit: Schrott.
Und selbst, wenn der Willige sich durchsetzen kann, bleibt die Frage, ob er sich den Einkommensverlust leisten kann - womit wir wieder im anderen thread waeren...
(ohne Namen - 23.06.2005)
Mann soll es nicht glaube, aber viele Ag sind derzeit sehr interessiert daran, dass Teizeitkräfte arbeiten...die sind nämlich bei weitem effektiver als Vollzeitkräfte (weniger Pausen etc.).
Also wer das wirklich will sollte sich nicht scheuen seinen AG mit den richtigen Argumenten davon zu überzeugen... (Tarantel - 23.06.2005)
Wer will solls versuchen - hab ich ja keinem verboten ;)
Und was du da erwaehnst, realisieren viele AG doch eh lieber mit den 400ern. (ohne Namen - 24.06.2005)
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